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Viktor Kalabis and Zuzana Růžičková
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FROM THE FRIENDS OF ZUZANA RŮŽIČKOVÁ
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Erinnerungen an den Studien mit Prof. Zuzana Růžičková
Ich habe Zuzana Růžičková während meiner Studien mit János Sebestyén an der Ferenc Liszt Musikakademie persönlich kennengelernt. Sie war damals (Anfang der 70-er Jahren) überall in der Welt sehr berühmt, sie war DIE CEMBALISTIN, deren Konzerte und Schallplatten für mich Etalon waren. Ihre Goldberg-Interpretation in der Grossen Saal der Musikakademie war ein riesiges Erlebnis für mich mit ihrer technischen Perfektion, mit den vielen Klang-Farben und mit der Tiefe des Ausdrucks. Sie hat mich auch angehört, ich habe ihr das Italienisches Konzert von Bach gespielt. „Sie hat einen schönen Rhythmus” – sagte sie zu János.
Im September 1973 wurde das Internationales Cembalo-Wettbewerb in Paris veranstaltet, wobei ich mich gemeldet habe. Im Sommer hielt sie einen Meisterkurs in Prag, ich nahm da teil. Die Stimmung war wunderbar! Viele gute Cembalisten kamen von ganz Europa, mit einigen halte ich auch noch jetzt den Kontakt. Das Niveau war ausgezeichnet; wir arbeiteten mit der Professorin fantastisch! Sie hat alles musikhistorisch und theoretisch auch erklärt, sie hat technische Ratschläge gegeben und hat uns viel gelobt. Mit einem guten psychologischen Gefühl fand sie den Ton mit allen Teilnehmer. Man hatte Lust zu üben, zu lesen, zu musizieren, über Musik zu diskutieren – wir haben uns sehr gut gefühlt! Ihre Anwesenheit war irgendwie sehr intensiv, sie konnte suggerieren, ausstrahlen, was sie vom Stück dachte.
Am Wettbewerb in Paris bekam ich den II. Grossen Preis, sie als Jury-Mitglied hat sich mit mir zusammen gefreut. Ich bewunderte sie, als sie auf drei Sprachen konversierte, sie hatte offenbar ein grosses Ansehen; ausserdem sie war immer sehr elegant, lieb und freundlich.
Im Schuljahr 1973-74 fuhr ich einigemal nach Pressburg, wo sie auf der Musikhochschule auch unterrichtete. Sie hat mir Stücke vorgeschrieben, so half sie sehr bewusst mein Repertoire aus vielen Stilen aufzubauen.
Ihr kann ich mein erstes Auslandskonzert danken: Dezember 1974 wurde ich für zwei Orchesterkonzerte nach Prag und Karlovy Vary eingeladen. Beide Konzerte haben grossen Erfolg gehabt, Prof. Růžičková war auf dem Prager dabei.
1975 trafen wir wieder in Zürich, wo sie Jahrzehntenlang Sommerkurse hielt. Die Erlebnisse waren hier dem Prager Kurs gleich: ernsthafte Arbeit, eifrige Musiker, nützliche, wichtige Studien, viel Üben, interessante Gespräche, muntere, freundliche Stimmung!
In den nächsten Jahren trafen wir mehrmals in Ungarn, als sie in Budapest Konzerte hatte, wir haben sogar in einem Bach-Konzert für 3 Cembali zusammen gespielt. Wir wechseln regelmässig Karten für Weihnachten – ich bewunderte immer, dass sie neben ihrer vielen Pflichten Zeit und Energie hat menschliche Kontakte zu pflegen.
Ich meine, sie ist eine der grossartigsten Persönlichkeiten des Cembalospiels im 20. Jahrhundert.
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Anikó Horváth
Budapest
5 Dezember 2007
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Studienjahre in Prag bei Frau Prof. Zuzana Růžičková
Manchmal gibt es eigenartige Faktoren, die eine künstlerische Orientierung bestimmen. Ein solcher war bei mir der Cembaloton, den ich zum erstenmal in meinem Leben von Zuzana Růžičková's Schallplatte gehört hatte.
Ich war 15 Jahre alt und Schülerin des Béla Bartók Konservatoriums in Budapest im Hauptfach Klavier. Im zweiten Jahrgang beschäftigten wir uns in der Musikgeschichte mit der Barockzeit. Während des Unterrichts erklangen Werke hauptsächlich von J. S. Bach, viele eben von Zuzana Růžičková – einer der grössten Künstler des Cembalos im 20.-sten Jahrhundert – aufgeführt. Ihr Ton und im allgemeinen der Cembaloklang hat mich völlig fasziniert. Auch damals wurde mir bewusst, dass Bach seine Klavierwerke neben der Orgel eigentlich für Cembalo (bzw. für Clavichord) komponiert hatte. Dieser Meister war seit meiner Kindheit an mein Lieblingsautor. Es ist mir klar geworden, dass ich dieses Instrument wählen muss, um seine Werke adäquater interpretieren zu können. Ich habe es erkannt: das Cembalo wird m e i n Instrument sein, an dem ich mich musikalisch am besten ausdrücken kann.
In Ungarn gab es damals an der Musikakademie kein Hauptfach für Cembalo, Prof. János Sebestyén unterrichtete es fakultativ. (Ich durfte seine Stunden zwei Jahre lang als Gastschülerin besuchen. Eine schöne Möglichkeit war es für mich, das Instrument gründlicher kennenzulernen.) In unserer Region im Ostblock gab es nur einen selbstständigen Lehrstuhl für Cembalo: in Pressburg (Bratislava), unter der Leitung von Prof. Zuzana Růžičková, mit dem Assistenten Róbert Grác. Nach bestandener Aufnahmeprüfung und mit einem staatlichen Stipendium war endlich mein grosser Wunsch erfüllt. Ein Jahr später (1977) wurde auch in Prag das Hauptfach Cembalo gegründet, so konnte ich ab dem zweiten Lehrgang meine Studien schon direkt bei Frau Prof. Zuzana Růžičková fortsetzen. Ich bekam mein Diplom im Jahre 1980, als erste Absolventin an der Prager Musikakademie. Ich gestehe aufrichtig, dass ich darauf sehr stolz bin.
Der dreijährige Prager-Aufenthalt war unvergesslich für mich. Es ist ein grosses Geschenk meines Lebens, in dieser wunderschönen Stadt mit ihrer historischen, wissentschaftlichen, künstlerischen Ausstrahlung eine so lange Zeit verbringen zu können. Im Mittelpunkt stand natürlich Zuzana Růžičková. Sie hat uns, als Professorin und als Mensch sehr viel gegeben. Ihre grosse Bildung, ihre theoretischen und wissenschaftlichen Kenntnisse, ihr ausgedehnter Horizont, den sie als in der ganzen Welt konzertierende Künstlerin erworben hat, ergänzte ihre Unterrichtstätigkeit. Sie hat sich bemüht, den Autor, mit wem wir uns gerade beschäftigten, uns in jeder Beziehung nahezubringen: Zeitalter, historisches Hinterland, geistliche, künstlerische, musikalische Zusammenhänge, Stil, sogar Privatleben wurden klargestellt. In den Stunden hat sie die auftauchenden Probleme erklärt und gelöst sowie gleich vieles am Cembalo gezeigt. Damals haben wir an den modernen Cembali (sog. Bach-Modellen) viel mehr registriert, sehr farbig gespielt. Frau Růžičková's Fantasie war im Registrieren unübertreffbar. Es gilt für eine Kunst an sich. Auf den Kopien, ihren Konstruktion gemäss, kann man die Farben nicht so oft ändern. Man muss die dynamischen Effekte doch mannigfaltig versinnlichen. Die von ihr erworbenen Kenntnisse helfen mir immer, dass ich auf jedem Instrument die gegebenen Registrierungsmöglichkeiten am besten ausnütze.
Wir hatten auch Seminare, wo sich jeder Student vorbereiten und aus einem Thema ein Referat halten musste, worüber wir dann diskutierten. Ich habe noch immer meine Studienhefte mit vielen wertvollen Bemerkungen. Sie hat von uns viel verlangt, man sollte tüchtig und streng arbeiten.
Es gab auch Stunden von lustigem, ausgelassenem Zusammensein: nach Studenten/Diplomkonzerten, bzw. während eines Kurses sassen wir oft in einer Bier – oder Weinstube in fröhlicher Stimmung. Frau Růžičková hat in der ganzen Welt viel gesehen, vieles erlebt, manchmal eigenartiges durchgemacht und erzählte gerne Anekdoten. Über diese mit grossem Humor erzählten Geschichten haben wir uns köstlich amüsiert. Oft war auch Ehemann Viktor Kalabis, der berühmte tschechische Komponist dabei. Er war ein richtiger Gentleman, lieb und höflich, und hat gerne an diesen Treffen teilgenommen.
Seitdem sind viele Jahre vergangen. Obwohl wir ferne von einander leben, blieb der Kontakt zwischen uns ununterbrochen. Ich fühle mich privilegiert, dass ich meinen künstlerischen Weg mit Frau Prof. Zuzana Růžičková anfangen durfte. Ich bin sehr dankbar für alles, was ich von ihr bekommen habe. Die grundlegenden Studienjahre am Ufer der Moldau gehören zu den schönsten Perioden meines Lebens.
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Borbála Dobozy
Budapest
30 Dezember 2007
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I had just begun to play the harpsichord in the class of János Sebestyén when he invited Zuzana Růžičková to give a master class during the summer in Szekszárd (in 1988). It was very short, only one day, but I still remember much of the musical and technical advice she gave me, and when I'm teaching those pieces, I sometimes say to my students: "Růžičková suggested to do so..." These suggestions were like small secrets, which she shared with us to help us express our musical concepts.
In the evening she gave a recital. Above the perfect technique, colourful characterizations and convincing musical ideas, her personality made that evening unforgettable, with her extreme modesty, gentle appearance and smile.
I'm happy that I met her at least for that short time, and wish her to enjoy life and play a lot of music for a long-long time!
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Ágnes Várallyay
Budapest
16 February 2008
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